St.Anton
an der Jeßnitz


3283 St. Anton/J.
Nr. 5

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Geschichte zum Almhaus Hochbärneck

Das Almhaus Hochbärneck wurde wahrscheinlich Anfang des 14. Jh. errichtet. Jedenfalls ist es im Jahre 1335 als Bestand nachgewiesen.

Die Liegenschaft zählte über mehrere Jahrhunderte zu den größten bäuerlichen Betrieben der Gemeinde St. Anton an der Jeßnitz.

Die Zu- und Ausfahrt von Hochbärneck mit einer Seehöhe von rund 1.000m war ebenfalls, wie in allen anderen bäuerlichen Betrieben, sehr beschwerlich und nur über einen steil ansteigenden Hohlweg möglich. Durch diesen Umstand allein waren die Bauern nicht nur Selbstversorger, sondern mussten sich auch handwerklich behelfen können. So war es möglich, dass der Schaden durch den im Jahre 1894 erfolgten Brand vermutlich aus eigenem behoben werden konnte.

Am Samstag, dem 15. Jänner 1898, als die Männer im Wald bei Holzarbeiten beschäftigt waren, brach gegen Mittag neuerlich ein Feuer aus, das rasch um sich griff und die mit Stroh gedeckten Wohn- und Wirtschaftsgebäude einäscherte. Die Bäuerin war mit ihren Kindern und einer Diestmagd allein zu Hause und konnte nur einen Teil des Rinderbestandes abketten und ins Freie lassen. Sämtliche Futtervorräte, Wägen und Schlitten, Einrichtungsgegenstände sowie 6 Rinder und 3 Schweine fielen den Flammen zum Opfer.

Die Besitzer, standen hilflos vor der Brandstätte. In Anbetracht der schlechten Lebensbedingungen im besonderen, kamen die Besitzer zum Entschluss, die gesamte Liegenschaft Hochbärneck der Gemeinde St. Anton an der Jeßnitz zum Kaufe anzubieten.

So kam es schließlich am 16. August 1898 zur Unterfertigung des Kaufvertrages, in dem die Gemeinde St. Anton an der Jeßnitz den gesamten Besitz Hochbärneck erworben hat.

Unter Verwendung der brauchbaren Restbestände, es dürften einige Wände und das Vorhaus dem Brand standgehalten haben, hat die Gemeinde ein kleines Haus aufgebaut und als Halterhütte, die später auch die Funktion hatte, eingerichtet.

Bereits ab dem Jahre 1898 wurden die Grundstücke auf Hochbärneck und jene von Oberfalkenstein und Schaufelreith jeweils nach Besitzübernahme als Weide genützt. Den Bauern innerhalb des Gemeindegebietes wurde die Möglichkeit eingeräumt, pro Betrieb eine bestimmte Anzahl "Galtvieh" zur Sömmerung auf Hochbärneck aufzutreiben.

Bedingt durch den Straßenbau hat der Fremdenverkehr immer mehr zugenommen und es waren neben den Halter- und Weidearbeiten auch zusätzliche Arbeiten für die Labung der Gäste erforderlich.

Seit mehreren Jahrzehnten pilgerten die Weideinteressenten und viel andere junge Menschen zur Sonnenwende aufs Hochbärneck, um beim alten Kreuz den Schutz und Segen für das Weidevieh zu erflehen. Eine Pilgerschar versammelte sich bei der Bruderlade und zog betend in einer Prozession bis Schaufelreith, wo eine kurze Rast eingelegt wurde. Danach ging es über die Sandreith am alten Weg bis zur Bildfichte am Gschnait, wo neuerlich eine Rast gehalten und gleichzeitig zusammengewartet wurde, um wieder gemeinsam in einer Prozession zum Heiligen Leonhard weiterzuziehen. Die zweite Gruppe kam von Winterbach über den Klauswald, bzw. von Sulzbichl auf den Turmkogel, um am gemeinsamen Gebet teilzunehmen.

Das erforderliche Koch- und Trinkwasser musste aus der ca. 15 Minuten entfernten Eibenquelle geholt werden. Am 17. Februar 1957 ist der Gemeinderat übereingekommen, die Wasserversorgung, die nicht nur im Interesse des Weidebetriebes gelegen, sondern auch für den Fremdenverkehr von größter Wichtigkeit war, neu zu bauen.

Am 27. Dezember 1962 wurde sich geeinigt, die Errichtung einer Aufschließungsstraße um die einzelnen Wald- und Weidekomplexe Schaufelreith, Oberfalkenstein und Hochbärneck mittels Kraftfahrzeuge anfahren und die Güter über eine autobefahrbare Straße befördern zu können.

Durch diesen Straßenbau hat der Fremdenverkehr stark zugenommen und es wurde das bereits früher beliebte Ausflugsziel Hochbärneck, das von den Bewohnern der näheren Umgebung von Scheibbs, Purgstall, Wieselburg usw. als ihr "Hausberg" bezeichnet wurde, noch mehr besucht.

Für die Naturparkeröffnung am 27. Juni 1970, sind die sanitären Anlagen auf dem Hochbärneck unbedingt zu errichten. Im Rahmen dieser Arbeiten ist auch das baufällige Stallgebäude neu zu bauen und das bestehende Wohngebäude provisorisch auszubessern. Des weiteren ist vom Naturparkverein vorgesehen, in unmittelbarer Nähe des Heimkehrerkreuzes einen 12 m hohen Aussichtsturm zu errichten.

Das Naturparkgebiet wurde immer bekannter und der Besucherstrom immer größer, weshalb es unerlässlich war, eine konzessionierte Jausenstation einzurichten.

Der Um- und Aufbau des Almhauses zu einem "Almgasthof" wurde in den Jahren 1972 bis 1974 durchgeführt und den bestehenden modernen Gegebenheiten angepasst.

Der Name HOCHBÄRNECK wurde in verschiedenen Arten geschrieben, wie HOCHPERNEGG (ck), PERNECK(gg), HOCHBÄRNECK (gg), HOCHBÄRNECK (gg). Vermutlich hat sich diese Schreibweise nach dem Meister "PEZ" = "BÄR" gerichtet, bzw. hat dieser dem Gebiet (BÄRENMAUER) den Namen gegeben. Der Name wurde der neueren Schreibweise angepasst und ab sofort "Hochbärneck" geschrieben.

In diesem Zusammenhang darf auf eine alte mündlich überlieferte Legende oder doch eine wahre Begebenheit hingewiesen werden:

"Nachdem es auf Hochbärneck kein Trinkwasser gab, wurde ein kleines Schulmädchen mit der Milchkanne zum ca. 15 Minuten entfernten EIBENBRUNNEN geschickt, um von dort Trinkwasser zu holen. Da das Mädchen weit über die Zeit ausgeblieben ist, wurde Nachschau gehalten und festgestellt, dass es ein Bär angefallen und getötet hatte."

Um den 1975 nunmehr vorhandenen Almgasthof, in dem bestimmten Annehmlichkeiten, sowie Fremdenzimmer eingerichtet sind, entsprechend zu nützen, wurde die Überlegung angestellt durch die Errichtung von Schiliften eine zweite Fremdenverkehrssaison einzuführen. Zu diesem Zweck war man bemüht, eine Schiliftgesellschaft mit eigenverantwortlicher Wirtschaftsführung zu gründen.

Heute ist die Alm ein beliebtes Ausflugsziel, egal um welche Jahreszeit.
Reine Bergluft, blühende Almwiesen, kraftspendende Blicke ins Alpenvorland erwarten Sie auf unserer "Hausalm". Nach einer tollen Wanderung oder einer spitzen Abfahrt im Winter bietet das Almhaus eine zünftige Stärkung.